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Diabetes und Gastroparese

(Ein Erfahrungsbericht unseres Mitarbeiters Jörg Möller)

Hinweis: Bitte klicken Sie auf ein Bild, um es zu vergrößern.

Eine Gastroparese (Magenentleerungsstörung) kann bei DM1 als autonome Neuropathie auftreten, also als Nervenstörung, ähnlich der bekannteren Polyneuropathie.

Bei mir wurde es vor einigen Jahren diagnostiziert, als ich bei einer Magenspiegelung morgens immer noch Speisereste im Magen hatte, obwohl die letzte Mahlzeit schon über 14 Stunden zurücklag.

Anfangs hatte ich nur leichte Probleme damit. So musste ich z.B. meinen Spritz-Ess-Abstand soweit verkleinern, dass er schon eher zu einem Ess-Spritz-Abstand wurde (erst essen, später dann spritzen, bzw. pumpen).

Im Laufe der Zeit führte ich dann den erhöhten HbA1c-Wert bei mir darauf zurück, dass ich nicht immer der disziplinierte Diabetiker war, den meine Diabetologin gern gesehen hätte. Insbesondere, weil meine BZ-Messungen tagsüber keine wirklich extremen Schwankungen zeigten.

In den Fokus rückte es dann wieder, als ich einen Libre-Sensor bekam.

Ausgangslage: Statistiken wurden immer für zwei Wochen erstellt. Änderungen im Therapieregime erfolgten auch nur alle zwei Wochen, um dem Körper bzw. dem Hormonsystem, Zeit zu geben, sich an Änderungen zu gewöhnen.

Bild 1: Glukoseprofil mit BZ-Werten

Wie man oben sieht war der Glukoseverlauf nicht optimal, aber auch nicht sehr dramatisch (ich habe nachts ja nie kontrolliert). Der eigentliche Zielbereich (zu dieser Zeit noch 70 - 140 mg/dL) wird in SiDiary schraffiert dargestellt.

Nächster Schritt: Einsatz des Freestyle Libre als Ersatz für herkömmliche BZ-Messungen:

Bild 2: Die ersten 14 Tage mit dem Freestyle Libre

Hier wird deutlich, dass es insbesondere nachts zu starken Schwankungen bei mäßig erhöhten Medianwerten kommt. (Ursache ist eben die besagte Gastroparese)

Durch BZ-Messungen konnte es nicht sichtbar werden, weil morgens beim Aufstehen (gegen 09:30 Uhr) schon wieder alles normal war.

Der Anstieg in den Basalraten ab 04:00 Uhr (eigentlich gedacht für das allmorgendliche Dawn-Phänomen) setzt für diese nächtliche Problematik oben zu spät ein. Es wurde daher eine Anpassung der nächtlichen Basalversorgung an der Pumpe programmiert.

Basalinsulin soll natürlich nicht primär die Mahlzeiten abdecken, aber ein Bolus-Insulin, das man jetzt spritzt und das dann erst 6 Stunden später anfängt zu wirken, gibt es nicht.
Und das beabsichtigte Wirkmaximum in der Nacht lässt sich auch nicht durch einen verzögerten Bolus zielgenau festlegen.

Da der Tagesverlauf ansonsten sehr regelmäßig ist, habe ich mich für die Lösung mit den Basalraten entschieden. Sollte ich abends mal nichts essen, muss ich natürlich daran denken, auf das bisherige Basalprofil umzuschalten.

Das erste Ergebnis:

Bild 3: Erstes Ergebnis nach Anpassung der Basalraten

Die Änderung der nächtlichen Basalraten zeigen erste Erfolge. Insbesondere in Verbindung mit einer generellen Änderung der Mahlzeiten-Insulinierung (verzögerter Bolus bis 5 Uhr morgens).
Der abendliche Anstieg ab 23 Uhr ist noch verbesserungsfähig.

Das nächste Bild:

Bild 4: Besserung, aber noch zu große Schwankungen

Nahezu alle Messungen liegen im Zielbereich (70-140 mg/dL), der abendliche Anstieg wurde weiter normalisiert.

Bild 5: Gutes Endergebnis nach Anpassung der Basalraten

Die Schwankungsbreite insgesamt und die Standardabweichung konnte weiter verbessert werden.

Bild 6: Zeitstrahl aus der Statistik von SiDiary

In diesem Zeitstrahl sieht man auch deutlich, wie der Verlauf vorher war (selten mal im grünen Bereich) und wie er sich verändert hat.

Zurückblickend kann ich sagen, dass es gerade das Zusammenspiel "Libre & SiDiary" war, das mir zu einer Verbesserung meines Glukosehaushalts verholfen hat. Ohne Libre hätte ich nicht gesehen, dass mein Hauptproblem die Nacht war und ohne SiDiary nicht, dass ich mit einer Anpassung der Basalraten etwas bewirken könnte.

Gerade dass die beiden Kurven (Glukose und Basalraten) so auseinanderliefen, lud geradezu ein, hier etwas zu versuchen. Und in der Animation (die man ja auch in SiDiary starten kann) ist das noch eindrücklicher zu sehen.

Hier als Video zu sehen:

Da ich schon einige diabetische Folgeschäden habe (PNP, KHK, pAVK), habe ich mich für einen engeren Zielbereich bis 140 entschieden, um das weitere Fortschreiten der Schäden zu verlangsamen.

Des Weiteren habe ich den unteren Wert des Zielbereich bei 50 mg/dL festgesetzt, da erfahrungsgemäß der BZ immer 20-30 mg/dL höher liegt, wenn das Libre solche Werte bei mir anzeigt.

Da ich meine Unterzuckerungen zuverlässig und früh genug spüre, bereitet mir das auch keine Probleme. Schwere Unterzuckerungen (definiert durch die dann nötige Fremdhilfe), hatte ich in über 30 Jahren Diabetes noch nie erlebt, da sollten sie auch jetzt nicht mehr kommen.
Wenn das Libre mir einen Wert um die 40 anzeigt und ich leichte Unterzuckerungs-Symptome verspüre, reicht in der Regel eine BE Traubenzucker, damit der Wert sich auf 75-80 mg/dL erhöht, wo er dann für den Rest des Tages verbleibt.

Im obigen Video sehen Sie die einfachere Darstellung des Glukoseprofils, bei der die Standardabweichung eingefärbt ist.

SiDiary kann das natürlich auch als AGP-Grafik darstellen (AGP = Ambulantes Glukoseprofil):

Bild 7: AGP Grafik analog zu Bild 5

Für den schnellen Überblick nutze ich gern das Glukoseprofil mit der eingefärbten Standardabweichung, für eine tiefere Analyse dann das AGP, da ich hier erkennen kann, ob die Schwankungen eher den Interquartilbereich (und damit die Insulindosierung) oder eher den Interdezilbereich (und damit das Verhalten) betreffen.

Daraus hat sich dann nicht nur eine Normalisierung meines HbA1c ergeben (von 8,0 auf 5,8), sondern auch eine Verbesserung der Standardabweichung, bzw. dem Variationskoeffizienten.
Der Variationskoeffizient zeigt an, wie stabil die Lage des Glukosestoffwechsels ist. Empfohlen ist ein Wert von unter 36 Prozent.

Vorher:

Bild 8: Standardabweichung vorher

Nachher:

Bild 9: Standardabweichung nachher

CGMS/FGM ist insgesamt betrachtet nicht nur eine wertvolle Hilfe bei der Analyse des Glukoseprofils, sondern hat auch eine motivierende Komponente.
Anders als bei den Momentaufnahmen mit herkömmlicher SMBG (Self-monitoring of blood glucose) sieht man hier unmittelbar die Auswirkungen der eigenen Bemühungenund kann dann direkt darauf reagieren.

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